Förderverein Ereignisse

März 2008
Zum Gedenken an Ali Wunsch-König

Ali Wunsch wurde am 24. April 1927 in Leipzig geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Schauspielschule der Städtischen Bühnen Leipzig, wo unter anderem Peter Lühr ihr Lehrer war, ging sie 1946 in ihr erstes Engagement nach Quedlinburg. Zu ihren frühen Rollen gehörten die Amalia (aus „Die Räuber“ von Schiller), Lady Milford (aus „Kabale und Liebe“ von Schiller) und Grusche (aus „Der Kreidekreis“ von Brecht).

In Quedlinburg heiratete sie 1947 den Schauspieler Günther König, mit dem sie ein Jahr später ans Dortmunder Theater ging. Dort trennten sich ihre Wege. Ali Wunsch-König wechselte nach Frankfurt am Main, wo sie bis 1959 an den Städtischen Bühnen, dem Fritz-Remond-Theater und der Komödie auftrat. 1959 zog sie nach München und gründete hier 1960 zusammen mit Johannes Schütz die Neue Münchner Schauspielschule. Ab 1965 war sie die alleinige Leiterin dieser Schule am Kurfürstenplatz in Schwabing.

Aus der Neuen Münchner Schauspielschule gingen Schauspieler, aber auch Regisseure hervor, die im deutschsprachigen Raum am Theater, im Film und im Fernsehen einen Namen haben. Wobei ihre große Zuneigung vor allem den Schauspielern gehörte, die auch an mittleren und kleineren Bühnen den Ensemble-Gedanken hochhielten, der ein wesentliches Ausbildungsprinzip ihrer Schule ist.

Ali Wunsch-König kam am 2. März 2008 bei einem tragischen Unfall ums Leben. Damit hat die deutschsprachige Schauspielkunst eine ihrer prägenden und wahrhaft schulbildenden Lehrerinnen verloren. Aber ihre Arbeit wird fortwirken: Erica Prahl von Swieykowski, eine ihrer ersten Schülerinnen und bisherige Stellvertreterin, wird die Schule weiter in ihrem Sinne leiten.

Januar 2008

Das Junge Schauspiel Ensemble München – ins Leben gerufen und geleitet von Michael Stacheder, Abschlussjahrgang 2002 – zeigte ab Januar 2008 „Vermummte“ von Ilan Hatsor, ein spannendes, intensives Kammerspiel über drei palästinensische Brüder, die sich der Willkür einer Besatzungsmacht ausgesetzt fühlen und versuchen, ein Minimum an menschlicher Würde zu bewahren.

Drei Ehemalige der Neuen Münchner Schauspielschule waren an dieser Produktion beteiligt: Alexander Netschajew führte Regie, Martin Carnevali spielte Na’im und Tobias Ulrich spielte Khaled.

Aufführungstermine in der Pasinger Fabrik, München

  • Januar 2008: 24./26./27./30./31.
  • Februar 2008: 01./02./06./07./08./09./10.

Am 11. und 15. März 2008 war das Stück am Stadttheater Landsberg zu sehen.

April 2007
Trauer um Hanna Burgwitz

Wir trauern um Hanna Burgwitz, die am Samstag, den 14. April 2007 in Inzlingen verstorben ist. Hanna Burgwitz wurde am 18. Mai 1919 in Berlin geboren, wo sie auch aufwuchs und bei Lily Ackermann auf die Schauspielschule ging. Ihr erstes Engagement führte sie – noch zu Kriegszeiten – an die Städtischen Bühnen Eger/Franzensbad.

Sie hat an vielen wichtigen deutschsprachigen Bühnen gespielt, darunter lange Zeit in München an den Kammerspielen wie auch am Residenztheater. In dieser Zeit unterrichtete sie an der Neuen Münchner Schauspielschule, später leitete sie ihre eigene. Zu ihren ehemaligen Schülern gehören Angela Winkler, Gwendolyn von Ambesser, Simone Rethel, Friedrich von Thun, Rüdiger Hacker, Nikol Voigtländer, Ulrich Schwab und viele andere.

Harry Buckwitz holte Hanna Burgwitz 1970 ans Schauspielhaus Zürich. Von dort ging sie knapp 10 Jahre später ans Basler Theater und gehörte bis 1989 zum festen Ensemble. Als sie keinem festen Theaterensemble mehr angehörte, hat Hanna Burgwitz ihre erste eigene Inszenierung in Ludwigshafen gewagt, war zweimal mit „Harold und Maud“ auf Tournee und erhielt 1991 für ihre Daja in „Nathan, der Weise“ den Preis der Bad Hersfelder Festspiele.

Neben dem Theater hat Hanna Burgwitz auch immer wieder für das Fernsehen gearbeitet. Ihre erste Rolle für die Kamera spielte sie in „Tote brauchen keine Wohnung“ unter Regie von Wolfgang Staudte. 1987 begann mit der Hauptrolle in der ARD-Serie „Zwei alte Damen geben Gas“, für die sie mit dem Starlight Preis der ARD ausgezeichnet wurde, die Fernsehkarriere von Hanna Burgwitz. Auch in vielen Fernsehspielen konnte man Hanna Burgwitz in unverwechselbaren Rollen erleben.

Oktober 2006

Zum dritten Mal in Folge fand 2006 das Festival Freischwimmer. Plattform für junges Theater statt. Dort präsentierten sechs ausgewählte junge Theaterformationen ihre eigens für das Festival erarbeiteten Produktionen zum Thema „Zurück“. Als Festival ‚on tour’ reiste die aktuelle Freischwimmer-Ausgabe im Oktober und November 2006 nach dem Auftakt in den Berliner Sophiensælen nach Hamburg zu Kampnagel, ans Düsseldorfer FFT und in das Theaterhaus Gessnerallee nach Zürich. In „Plutos-Gott des Reichtums“ (Regie: Katja Langenbach) waren Elisabeth Wasserscheid und Manuel Boecker zu sehen.

Aufführungstermine

  • 10./11. und 12. Oktober: Sophiensäle Berlin, jeweils 19.30 Uhr
  • 20. und 21. Oktober: Kampnagel Hamburg, jeweils 19.30 Uhr
  • 7. und 8. November: Forum Freies Theater Düsseldorf, jeweils 19.00 Uhr
  • 18. und 19. Oktober: Theaterhaus Gessnerallee Zürich, jeweils 20.30 Uhr

April 2006

Gleich zwei Premieren des Jungen Schauspiel Ensembles München fanden im April 2006 in der Reithalle München statt: am 20. April „Medea“ von Seneca in einer Neuübersetzung von Udo Segerer und am 23. April „Mit dem Gurkenflieger in die Südsee“ von Christoph Nussbaumeder. Regie führte bei beiden Produktionen Michael Stacheder, Absolvent des Jahres 2002 und Gründer des Jungen Schauspiel Ensembles München. In den Hauptrollen waren ebenfalls drei Ehemalige zu sehen: Suzanna Abel, Eva Wittenzellner und Thomas Stegherr.

Im Herbst des Jahres 2004 hat sich das Junge Schauspiel Ensemble München mit der Uraufführung des Stückes „Die weiße Rose – Aus den Archiven des Terrors“ von Jutta Schubert in der Reithalle München zum ersten Mal mit großem Erfolg vorgestellt. Auch hier führte Michael Stacheder Regie. Es spielten unter anderem Suzanna Abel, Eva Wittenzellner und Thomas Stegherr. Suzanna Abel wurde für ihre Darstellung der Sophie Scholl von der Münchner Abendzeitung mit dem AZ-Stern ausgezeichnet.

März 2006

Wolfgang Deichsels „Frankenstein – Aus dem Leben einer Angestellten“ wurde von sechs ehemaligen Neuen Münchnern erfolgreich gleich auf zwei Münchner Bühnen gebracht. Elisabeth Wasserscheid hatte die Idee zu diesem Theaterprojekte und führte Regie. Es spielten Julia Heinze, Berit Menze, Martin Carnevali, Felix Hellmann und Mark Hinkel. Premiere war im Dezember 2005 im Pathos Transport Theater. Im Februar 2006 gab es einen weiteren Vorstellungsblock im Theater „Viel Lärm um nichts“ in der Pasinger Fabrik.

Berit Menze, Sabrina Khalil und Elisabeth Wasserscheid drehten unter der Regie von Florian Stiehler, der mit Berit Menze das Buch schrieb, einen Kurzfilm mit dem Arbeitstitel „Three of a Kind“.

Niels Klaunick und Dominik Burki entwarfen gemeinsam mit der Regisseurin Veronika Wolff eine szenische Lesung mit kurzen dramatischen Stücken, Liebesbriefen und Prosatexten von Daniil Charms – voller Ironie, Brutalität, Humor. Dieser Abend ist buchbar. Bisher gastierten die beiden Schauspieler mit dem Stück mehrfach in Deutschland und der Schweiz.

François Smesny hat im März 2005 in Berlin den Hörbuchverlag O-Ton-Produktion gegründet, der mittlerweile die vierte CD veröffentlicht hat.

Von den Absolventen des Jahres 2005 kann man Jasmin Jiwa im Kleinen Theater Landshut in der Rolle des Kindermädchens in Ibsens „Nora“ sehen. In der gleichen Inszenierung von Sven Grunert spielt Florian Stadler den Dr. Rank. Jasmin Jiwa hat zusätzlich am 17. März 2006 Premiere in Reutlingen im Theater in der Tonne. Sie spielt mehrere Rollen im dem Stück „Faker“ unter der Regie von André Bastian.

Julia Heinze veranstaltet im Mai 2006 zwei Leseabende in München im Café Ringelnatz.

Oktober 2003

Unterstützt vom Förderverein stellte die Neue Münchner Schauspielschule im Oktober 2003 die Abgangsklasse 2003 in der Studiobühne der Universität München vor. An vier Abenden zeigten die Absolventen ihr Programm „Gegeneinander Miteinander Durcheinander“ mit Texten von Lessing, Ibsen, Lewis Caroll, Pirandello, Barlach, H.H. Jahnn, Obaldia, Fosse, Rinke und LaBute.

Programmheft zum Projekt in der Studiobühne der Uni (PDF · 0,2 MB)

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Oktober 2001

Unterstützt vom Förderverein der Neuen Münchner Schauspielschule und der Reithalle Veranstaltungs GmbH stellte die Neue Münchner Schauspielschule im Oktober 2001 die Abschussklasse 2001 mit einem Szenenabend in der Reithalle München vor.

Die sechs Absolventen Sabrina Khalil, Kerstin Lohschmidt, Sandra Müller, Elisabeth Wasserscheid, Martin Carnevali und Oliver Losehand zeigten an drei Abenden vor einem interessierten Fachpublikum, vor Familie und Freunden ein Programm mit folgenden Themen.

  • Aufbruch, Hoffnung, Scheitern, unerfüllte Träume
  • Liebe, Tod und Macht, der Tanz über dem Grab
  • Der Liebe Jagd …
  • Körper und Sprache

Programmheft zum Projekt in der Reithalle (PDF · 1,6 MB)

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Projekt 1994

Mit finanzieller Hilfe des Fördervereins realisierte die Neue Münchner Schauspielschule 1994 einen Szenenabend „… um zu spielen“ an der Studiobühne der Ludwig-Maximilians-Universität. Im ersten Teil des Programms präsentierte sich die Schule mit einem Ensemble aus allen Klassen, im zweiten Teil spielten die Schüler der Abgangsklasse Szenen von Peter Hacks, Lenz und Shakespeare.

Warum spielen

Um diese Frage überflüssig zu machen / um eine Gegenwelt herzustellen / um die Träume von Angst und Hoffnung vorzuführen einer Gesellschaft, die traumlos an ihrem Untergang arbeitet / um die Toten in Ruhe zu lassen / um die Lebendigen nicht in Ruhe zu lassen / um Wurzeln zu schlagen / um Wurzeln auszureißen / um Geld zu verdienen / um ein Lebenszeichen zu geben / um einen Tod anzuzeigen / um eine Erfindung zu machen / um nicht arbeiten gehen zu müssen / um Arbeit zu haben / um den tiefen Schlaf einer erschöpften Gesellschaft mit Fratzen zu erschrecken / um nicht einzuschlafen / um nicht aufzuwachen / um das Vergessen zu töten / um nicht allein zu sein / um eine Zeremonie aufzuführen in einer Zeit ohne Zeremonien / um keine Verantwortung zu haben / um allein zu sein / um auszulöschen, was ICH genannt wird / um zusehen zu können / um dem Pathos solcher Antworten zu entgehen / um die Rollen zu wechseln / um Lügen zu verbreiten / um vom Blick einer erfüllten Liebe gestreift zu werden und vom Blick der Wut / um den Kapitän wieder einmal endgültig an den Mastbaum zu nageln / um einer Frau unter einem Vorwand und ohne Folgen in die Wäsche greifen zu können / um herauszufinden, wer das Kind erschossen hat, das schrie: Der Kaiser ist nackt / um zu schrein: Der Kaiser ist ja nackt / um nicht reden zu müssen / um nicht schweigen zu dürfen / um die Regeln der Schwerkraft außer Kraft zu setzen / um aus der Welt ein Theater zu machen aus Stein, Holz und Gittern / um drinnen und draußen zu sein zu gleicher Zeit / um in diesem endlosen Vorkrieg nicht zu ersticken / um über einen Sterbenden lachen zu können / um die Geister zu bannen, vor den Türen und unter dem Tisch: Hilfe, ich lebe / um diese krachende Stille nicht aushalten zu müssen / um herauszufinden, wie lange einer ausgehalten wird von Leuten, die sich genausowenig für ihn interessieren wie für sich selbst / um nicht angestellt zu sein / um vergessen zu werden / um die Frage überflüssig zu machen: Warum spielen / Um zu spielen /

Thomas Brasch

Projekt 1990

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Neuen Münchner Schauspielschule wurde im Theater in den Ritterwerken – heute Theater „Viel Lärm um nichts“ in der Pasinger Fabrik – zeigte Schulleiterin Ali Wunsch-König an vier Abenden das Talent und Können ihrer Schüler in einer aufwendigen Doppelinszenierung.

In „Ratatouille“, einer Szenencollage, spielten Schüler aller Klassen, während die Abgangsklasse sich in „Ollapotrida“, einer Farce von Alexander Lernet-Holenia, vorstellte.

Es war das erste öffentliche Schulprojekt, das mit finanzieller Unterstützung des Fördervereins realisiert wurde.